Geldpolitik Übersicht der Beiträge

Geldpolitik

1. Bestimmungsfaktoren der Zinsbildung auf dem Finanzmarkt
2. Aufgabe der EZB
3. Zwei Interessenseiten bei der Geldmengensteuerung
4. Beschaffung der Banken von Zentralbankgeld
5. Einfluss der EZB auf die Wirtschaft
6. Geldpolitische Instrumente
a. Offenmarktgeschäfte
b. Ständige Fazilitäten
c. Mindestreserve
d. Tender
e. Tenderverfahren
7. Wirkungskette: Wie wirkt eine Leitzinssenkung
8. Wie eine Leitzinserhöhung wirkt
9. Krisenphasen – Ein theoretischer Überblick

1. Bestimmungsfaktoren der Zinsbildung auf dem Finanzmarkt

Der Finanzmarkt besteht aus 4 Märkten:
Geldmarkt: (nur MFIs) Kreditmarkt: (Banken, UN, Haushalte, nicht EZB)
Nachfrage:
- Zentralbankgeldbedarf der Banken
- Refinanzierungsmöglichkeit der Banken bei der Notenbank Nachfrage:
- Finanzplanung der öffentlichen Haushalte
- Investitionspläne der Unternehmen
- Konsumneigungen der Verbraucher

Angebot:
- Liquidität des Bankensystems
- Anlagemöglichkeit des Bankensystems Angebot:
- Kreditvergabe Spielraum der Banken
- Bonität der Kreditnehmer
- Verwendbarkeit von Schuldnerpapieren für die Refinanzierung der Banken bei der Notenbank

Einlagenmarkt: (Haushalte bei der Bank)
Nachfrage:
- Kassenhaltung der Nichtbanken
- Rendite von Sachinvestitionen Kapitalmarkt: (UN, Bank, Staat)
Nachfrage:
- Finanzplan der öffentlichen Haushalte (Staat)
- Investitionspläne der Unternehmen
- Refinanzierungsbedarf der Banken
Angebot:
- Refinanzierungsbedarf der Banken
Angebot:
- Kassenhaltung der Nichtbanken
- Rendite von Sachinvestitionen
- Kreditvergabespielraum der Banken
- Bonität der Kreditnehmer

2. Aufgabe der EZB

Die Aufgabe der EZB im Zusammenhang zur Geldpolitik ist es dafür zu sorgen, dass europäische Geschäftsbanken genügend Geld zur Verfügung haben, d.h. liquide sind.

3. Zwei Interessenseiten bei der Geldmengensteuerung

Der Interessenten sind einerseits die Geschäftsbanken und andererseits die EZB. Die Geschäftsbanken brauchen nämlich Geld für den Bargeldbedarf ihrer Kunden und für ihre Mindestreserve bei der EZB.
Andererseits hat die EZB ein „Monopol“ auf Zentralbankgeld und will die Geschäftstätigkeit der Banken beeinflussen, sodass diese möglichst liquide (aber nicht zu liquide) sein können.

4. Beschaffung der Banken von Zentralbankgeld

- Geschäftsbanken können direkt bei der EZB Zentralbankgeld beschaffen (siehe geldpolitische Instrumente)
- bei anderen Banken, die über zu viel Liquidität verfügen und diese auf dem „Geldmarkt“ anbieten (Kurzfristiger Ausgleich von Liquiditätsüberschüssen und
-defiziten).

5. Einfluss der EZB auf die Wirtschaft

5.1 Einfluss der EZB auf die Zinssätze bei Interbankenkrediten

Wirkungskette: Auswirkungen von Knappheitsverhältnissen von Zentralbankgeld

1. Knappheit des Zentralbankgeldes  hohe Zinsen
2. Banken versuchen Einlagen an sich zu binden, da das Zentralbankgeld knapp ist
3. Kreditzinsen steigen dadurch – die Kreditnachfrage lässt nach
4. Geschäfte, die sich vorher lohnten, werden bei hohen Zinsen uninteressant
5. Geldmengenwachstum wird gebremst (Ausgabenfähigkeit sinkt)
6. Geld wird gespart und längerfristig angelegt

Hier kann man sehen, dass die EZB durch hohe Zinsen die Konjunktur „bremsen“ kann und kann durch diese Maßnahme aktiv in die Wirtschaft eingreifen. Dies ist auch eine Hauptaufgabe der EZB, da sie die Geldmenge sozusagen kontrollieren kann.
Bei niedrigen Zinsen kann die EZB genau das umgekehrte erreichen. Bei niedrigen Zinsen ist mehr Zentralbankgeld verfügbar. Die Banken holen sich also nun das Geld von der Zentralbank aufgrund der niedrigen Zinsen (beim Beispiel oben hat sich die EZB das Geld von den steigenden Einlagen ihrer Kunden geholt, um liquide zu bleiben). Die Kreditzinsen sinken und somit steigt die Kreditvergabe und das Ausgabeverhalten der Kunden. Es wird weniger Giralgeld eingelegt.

5.2 Einfluss von Zinssätzen auf die Größen der Geldmenge

Je höher die Zinsen, desto mehr sind die Leute bereit ihr Geld langfristig anzulegen (Verschiebung zu M3)