7. Wirkungskette: Leitzinssenkung

1. Refinanzierung der Geschäftsbanken wird billiger
2. Geschäftsbanken senken Zinsen für Kredite
3. Einlagen der Kunden sinken und Kredite werden vermehrt aufgenommen
4. Geldanlagen werden weniger attraktiv
5. nachfragewirksame Geldmenge steigt
6. private Nachfrage steigt Wechselkurs
7. Produktion weitet sich aus Niedrige Zinsen locken Kapital von
8. Beschäftigung steigt Europa weg. Der Euro wertet ab.
9. BIP steigt
10. Inflation (steigt), aber Konjunkturbelebung!

Allgemein kann gesagt werden, dass durch die Senkung des Leitzinses Geld für die Kreditinstitute billiger wird. Daher verlangen die Banken auch weniger Zinsen für Kredite und die Kreditnachfrage steigt. Steigt die Kreditnachfrage, so legen die Kunden auch weniger ein (es ist nicht mehr so rentabel, Geld auf dem Konto zu hinterlassen) – das Kaufverhalten steigert sich und somit auch die Nachfrage. Niedrige Zinsen erhöhen also auch die Unternehmensgewinne. Investitionen werden billiger und lohnen sich mehr. Für den Staat sinkt die Etatbelastung, da es nun billiger ist sich über Anleihen zu finanzieren. Spekulanten legen nun aber vermehrt in den USA an, da dort die Zinsen höher sind. Dies lockt Kapital von Europa weg. Der Euro wertet ab.

8. Wie eine Leitzinserhöhung wirkt

Leitzinserhöhung der EZB:

EZB:
– Leitzins wird angehoben
– Banken bieten höheren Mindestsatz
– Banken zahlen für Refinanzierung mehr Zinsen
– Geld wird für Kreditinstitute teurer
Banken:
– Verlangen höhere Zinsen für Kredite, weil sie mehr zahlen müssen um von der Zentralbank Geld zu erhalten
Vermögenswerte:
– höhere Zinsen vermindern die Gewinne  kann zu Kursverlusten an Aktienmärkten führen
– Immobilienmarkt wird gedämpft, weil Immobilienkredite teuerer werden
– Höhere kurzfristige Zinsen steigen die langfristigen Zinssätze für Staatsleihen
Wechselkurs:
– höhere Zinsen locken Kapital nach Europa. Der Euro wertet auf.
Unternehmen:
– Firmen müssen höhere Zinsen für Kredite zahlen
– Rentabilität von Investitionen gerät unter druck, da höhere Rendite erwirtschaftet werden muss, um mind. Kosten zu decken
– Schacher Aktienmarkt erschwert die Kapitalaufnahme an Börse und reduziert die Investitionen
– Aufwertung des Euros schwächt die Exporte
Haushalte:
– Verbraucher zahlen höhere Zinsen für neue Kredite
– Rentabel Geld auf Sparkonto zu lassen
– Konsum wird gedämpft
– Wenn Zinserhöhung das Aktien und Immobilienvermögen vermindert wird der Konsum gedämpft
– Aufwertung Euro erhöht die Kaufkraft von Verbrauchern
Staat:
– Finanzierung durch Ausgabe von Anleihen
– Bei steigendem Zinsniveau muss er eine höhere Rendite bieten, um seine Papiere zu platzieren  Belastung für Etat.
Volkswirtschaft:
– Anhebung der Zinsen bremst die Konjunktur, da Konsum von Haushalten und UN zurückgeht.
– Das BIP sinkt bei einer Erhöhung des Leitzins um einen Prozentpunkt allein im ersten Jahr um 0,27 %  Arbeitslosigkeit steigt /  Inflation wird jedoch gesenkt
– EZB meint, dass höhere Zinsen ihre Glaubwürdigkeit stärker wird  Wirtschaft kann von straffer Geldpolitik sogar angekurbelt werden, weil die langfristigen Zinsen niedrig bleiben.

9. Krisenphasen – Ein theoretischer Überblick

Nach dieser Reihenfolge könnte eine Krise begründet sein und ablaufen. In Klammern ist die praktische Verdeutlichung anhand der Immobilienkrise in den USA.
1. Turbolenzen:
exogener Schock löst den Boom aus: z.B. durch Krieg, technische Erfindung oder Wechsel in Geldpolitik
(günstige Kredite Schuld: 11. September)

2. Geldpolitische Erweiterung
Boom wird verstärkt durch Kreditexpansion. Außerhalb des Bankensystems könnte das durch neue Entstehung von Banken, neue Kreditinstrumente oder wenn sich die Geldpolitik verändert, entstehen
(neue Kreditinstrumente wie z.B. Carry-Trades wurden entwickelt + schrittweise Zinserhöhungen)

3.Euphorie:
Preise legen zu, neue Gewinnmöglichkeiten wachsen, was neue Unternehmen und Investoren anzieht neue Investitionen ziehen Einkommenszuwächse mit sich, die wieder in neunen Investitionen münden.
(wie ein Luftballon der sich immer weiter aufläst und irgendwann platzt)

4. Übertriebene Handelsumsätze
reine Spekulation, in der sich Anleger übertriebene Renditen erhoffen
(jeder will dran teilhaben)

5. finanzielle Engpässe:
Boom hält an solange an, bis die Preise steigen. Doch irgendwann steigen Investoren aus und nehmen die Gewinne mit. Wenn Spekulanten erkennen, dass es zu Liquiditätsengpässen kommen kann, kommt es zu Schieflagen. So eine Liquiditätsklemme hat Folgen für das Preisniveau Spekulanten merken, dass Preise nicht weiter steigen Flucht in Geld Wertpapiere werden abgestoßen
(erste Investoren steigen aus; vorsichtshalbere Verkäufe; Flucht in Geld; Bank mit Liquiditätsproblemen)

6. Schieflagen:
Signal für Krise kann ein Zusammenbruch einer Bank sein. Es kommt zur Panik, wenn man merkt, dass nicht jeder zum gewünschten Preis verkaufen kann. Die Banken wehren sich, Vermögenswerte als Sicherheit für Kreditvergabe zu akzeptieren. Alle wollen verkaufen, bevor es zu spät ist
(Zusammenbruch der amerikanischen Hypotheken Bank / Banken horten Geld / EZB hat Geld über Schnelltender ins Finanzsystem rein gegeben / FED hat Zinsen gesenkt)

7. Ende der Panik:
Ende, wenn:
1. Preise fallen so tief, das Investoren wieder in liquide Vermögenswerte zurückkehren
2. Der Handel gestoppt wird, indem Mindestpreise festgelegt werden
3. Ein Durch einen Geldzuschuss werden die Marktteilnehmer überzeugt, dass genügend Liquidität verfügbar ist, um die Nachfrage nach baren Mittel zu befriedigen.
Währungspolitik